Liederabend 29: Wiegenlieder-Lullabies

Premiere
19. März 2016
Deutsch- und englischsprachige Lieder von Franz Schubert bis Andrew Norman

Wer erinnert sich nicht gerne an die frühe Kindheit, an das Gefühl der vollkommenen Geborgenheit, der Liebe, des beseelten Hinwegschlummerns, wenn uns die Eltern oder Großeltern mit Wiegenliedern in den Schlaf gesungen haben? Aber was war eigentlich mit ihnen, die da sangen und noch wach waren? Zahlreiche Dichter und Komponisten haben sich bis heute genau von dieser intimen Atmosphäre zwischen Singendem und Schlafenden inspirieren lassen und dabei höchst vielseitige Szenerien entworfen. Aus einem scheinbar unzählbaren Schatz an Wiegen- und Schlummerliedern, zwischen träumerischen Idyllen und kleinen Dramen haben die Mezzosopranistin Kimberley Boettger-Soller und der Pianist Klaus Simon ein alles andere als einschläferndes Programm zusammengestelllt.

Neben Beiträgen bekannter Komponisten wie Grieg, Reger, Strauss und Britten erklingen auch reizende Raritäten von Adolf Jensen, Erich J. Wolff, Wilhelm Grosz und Erwin Schulhoff. Das 2007 von dem jungen US-Amerikaner Andrew Norman vertonte Lullaby des Dichters Wystan Hugh Auden beschließt den Liederabend mit einer visionären Traumfahrt durch die Nacht bis zum Einbruch der Dämmerung.

   

ProgrammMax Reger (1873–19716)
Wiegenlied (Albert Träger), 1898
Schlummerlied (Friedrich Benz), 1902
 
Richard Strauss (1864–1949)
Wiegenliedchen op. 49,3 (Richard Dehmel), 1901
Meinem Kinde op. 37,3 (Gustav Falke), 1897
 
Adolf Jensen (1837–1879)
Lullaby of an Infant Chief op. 52,2 (Walter Scott), 1873/75
 
Edvard Grieg (1843–1907)
Mutterschmerz op. 15,4 (Christian Richardt), 1870
Wiegenlied op. 9,2 (Andreas Munch), 1865
 
Erich Jaques Wolff (1874–1913)
Das kranke Kind (Kurt Kamlah), 1913
 
Franz Schubert (1797–1828)
Bertas Lied in der Nacht D653 (Franz Grillparzer), 1819
 
Benjamin Britten (1913–1976)
A Charm of Lullabies op. 41 (William Blake, Robert Burns, Robert Greene, Thomas Randolph, John Phillips), 1937
 
Erwin Schulhoff (1894–1942)
Einem Kinde op. 18,1 WV14 (Gustav Falke), 1911 
Wiegenlied op. 19a,3 WV15 (Emil Alfred Herrmann), 1911
 
Wilhelm Grosz (18941939)
Schlummerliedchen op. 13,1 (Christian Morgenstern), 1922
 
Adolf Jensen (1837–1879)
Sweet and Low op. 53,2 (Alfred Tennyson), 1873/75
 
John Alden Carpenter (1876–1951)
The sleep that flits on baby’s eyes (Rabindranath Tagore), 1914
 
Ralph Vaughan Williams (1872–1952)
Dream-Land (Christina Rosetti), 1903
 
Andrew Norman (*1979)
Lullaby (W.H. Auden), 2007
Deutsche Erstaufführung
 

MitwirkendeKimberley Boettger-Soller Mezzosopran
Klaus Simon Klavier

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